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WANDERFALKEN

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DIe Wanderfalken auf St. Paul
Erstmal haben die Wanderfalken im Jahr 2002 versucht, auf dem Turm von St. Paul zu brüten. Der gewählte Nistplatz war jedoch ein Nistkasten für die kleineren Dohlen und somit war nicht zu verhindern, daß die Jungfalken bei ihren ersten Flugversuchen auf die Straße fielen. Nach Rücksprache mit dem damaligen Pfarrer Bruder, konnte der Brutplatz verbessert, d.h. "wanderfalkengerecht" gestaltet werden.

Ab dem Folgejahr verliefen die Brutperioden problemlos. Pünktlich in der ersten Märzwoche wurde jeweils das erste von vier Eiern gelegt. Nach ca. 32 Tagen schlüpften die Jungen, die liebevoll von ihren Eltern versorgt wurden und somit schnell heran wuchsen. Nach einer Nestlingszeit von ca. 6 Wochen kam der Tag an dem die Jungen die ersten Flugversuche unternahmen. Dies war ein kritischer Zeitpunkt, denn das Fliegen ist angeboren, das Landen musste jedoch geübt werden.

Wiederholt wurde ich von Anwohnern im Bereich von St. Paul informiert, dass ein Jungfalke eine Bruchlandung auf einer der umgebenden Straßen gemacht habe. So auch im Jahr 2007 ein junges Weibchen, die mit dem Ring "FZ 5" beringt worden war. Sie wurde von mir wieder auf den Turm gebracht und in den Nistkasten gesetzt. Auf sie komme ich später in diesem Bericht nochmals zurück.  Ein Bruder von ihr "EV 5" war auf einem Kamin in der Amalienstrasse gelandet. Dort hatte ihn ein Eichelhäher entdeckt und wollte ihn vertreiben. Durch die Attacken des Hähers erschreckt, wich der junge Falke zurück und verschwand zu meinem  Schreck im Kamin. Ein alarmierter Kaminkehrer konnte erst am Abend den Kamin inspizieren , musste aber feststellen, dass dieser leer war und der Falke sich irgendwie selbst hatte befreien können. Am nächsten Tag konnte ich ihn beobachten, wie er im Nistkasten hoch im Turm einen von seinen Eltern zugetragenen Vogel verzehrte. Leider widerfuhr diesem Falken wenige Wochen später ein Unfall, der ihm das Leben kostete. Bei einem Jagdflug im Knoblauchsland trennte er sich an einer Stromleitung einen Flügel ab und musste von einem Tierarzt eingeschläfert werden.

Erfreulicher Weise gibt es aber auch gute Nachrichten. So wurde mir berichtet, dass das junge Weichen mit Ring "FZ 1" des Jahres 2005 bereits 2006 mit einem Partner in Oberbayern erfolgreich gebrütet hat.  Ein junges Männchen "EV2" des Jahres 2006 ist mit einem Weibchen aus Baden-Württemberg seit 2008 Brutvogel auf der St. Johannis Kirche in Burgfarrnbach. Ein aus dieser ersten erfolgreichen Brut auf St. Johannis stammendes Weibchen "JA 0"  ist seit 2010 Brutvogel in Glauchau/Sachsen.

Zurück zu "FZ5" - sie entdeckte ich wieder, als mir 2010 von einer Wanderfalkenbrut an einem Fabrikgebäude in Schwabach berichtet wurde. An dem dortigen Brutplatz, der für eine erfolgreiche Brut ungeeignet war, installierten wir 2011 einen Nistkasten. Dieser wurde im Frühjahr 2012 bezogen und in ihm konnten vier Junge Falken erbrütet und aufgezogen werden.

Wenngleich sicherlich nicht alle jungen Falken von St. Paul überlebt haben, aber auch der eine oder andere Nachkomme dieses Falkenpaares unerkannt irgendwo brütet, trägt der Brutplatz auf unserer Kirche zur Wiederbesiedlung unseres Landes mit dem noch vor kurzem dem Aussterben nahen Falken bei.

Hans Kurt Hussong
Falkner

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St. Paulskirche

IMG_8984-bEingang-Gemeindehaus

Gemeindehaus

20131112-_Pfarrhaus-bea-si

Eingang zum Pfarramt